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Design Post

 
Foto: Constantin Meyer

Design Post

In nächster Nähe zum Bahnhof Köln Messe/Deutz stehen seit mehr als hundert Jahren sieben denkmalgeschützten Dreigelenkbogenhallen, in denen früher Postpakete sortiert und mit Postzügen abgeholt wurden. Nach aufwändigen Modernisierungs- und Verglasungsarbeiten im Jahr 2005 erstrahlen die historischen Hallen in neuem Glanz und beherbergen in einmaliger Atmosphäre mehr als dreißig internationale Premiumhersteller aus den Bereichen Möbel, Leuchten und Textilien. 

DIE GRÜNDUNG

Die beiden niederländischen Gründer Willem van Ast von Arco und Paul van den Berg von Montis, beide aus der Möbelindustrie kommend, waren in der Branche keine Unbekannten, als sie das erste Mal die Brache der Hallen erblickten. Sie verstanden sofort, welche Möglichkeiten sich hier für ihr Vorhaben boten, und bauten die Hallen zusammen mit dem Niederländischen Architekturbüro
o-drie.nl zu einem modernen, lichtdurchfluteten Ausstellungsgebäude um. Ihre Showroom-Erfahrung haben sie aus ihrer Zeit in Amsterdam mitgebracht, wo sie mit dem PAKHUIS AMSTERDAM schon vor über 30 Jahren ein vergleichbares Konzept erfolgreich umgesetzt haben. 

DAS KONZEPT

Die DESIGN POST versteht sich von Anfang an als Showroom ohne Verkauf. Als verlängerter Arm für den Handel, als Inspirationsquelle für Endverbraucher, als Flaniermaile für Interessierte, als Schnittstelle zwischen Herstellern und Planern ist die DESIGN POST ganzjährig geöffnet. Die Besucher werden von qualifiziertem Personal beraten und dann an den Fachhandel in ihrer Nähe vermittelt, wo die abschließende Beratung und der Verkauf stattfinden. In die Beratung fließt die Erfahrung der drei Hauptbeschäftigten ein: Simone Gotschol aus der Architektur, Volker Streckel, Manager der Design Post, Betriebswirt mit jahrelanger Erfahrung im Möbelhandel, und Frank Kirschbaum, ebenso aus dem Möbelhandel und -Handwerk.

„Wir vermieten die Flächen an Hersteller und unsere Dienstleistung ist die, dass wir das Haus im Sinne unserer Mieterschaft mit Leben füllen“, erklärt Simone Gotschol. „Interessiert sich ein Besucher für ein Produkt, haben wir dazu die nötigen Informationen, Materialmuster usw. Die Besucher gehen ohne jeden Kaufzwang durchs Haus, lassen sich inspirieren, können Probe sitzen oder liegen, alles anfassen und sich jederzeit vom Team die Infos holen, die sie brauchen. So können sie ein Gefühl dafür bekommen, was sie anspricht. Viele kommen mit einer festen Vorstellung, wie das Möbelstück aussehen soll, aber wenn sie sich hier frei bewegen, sehen sie andere Kombinationen und Farbmöglichkeiten und werden inspiriert.“


Foto: Jiri Hampl

weitere Fotos

MESSEN

Zur IMM wird das Haus auf den Kopf gestellt. Auf den Flächen der Mieter werden die Neuheiten präsentiert. Danach obliegt es jedem Mieter selbst, wie er sich auf der Fläche darstellt. Die Besucher finden gerade nach der IMM und alle zwei Jahre nach der Büromöbelmesse Orgatec ein neues Inspirationsbild vor und können die Neuheiten aus den Kollektionen kennen lernen. 

Aktuell sind es über dreißig Marken. Deutsche, niederländische, spanische und skandinavische Hersteller mit unterschiedlichen Schwerpunkten zum Beispiel aus den Bereichen Kastenmöbel, Polstermöbel, Licht, Wohntextilien, Sanitär und Akustik.

VIELSEITIGE NUTZUNGSMÖGLICHKEITEN 

Im Haus gibt es über das Jahr verteilt ein Programm, das u.a. über den DESIGN POST Newsletter angekündigt wird (www.designpost.de/de/kontakt/newsletter.html). Die Zusammensetzung besteht aus fachlich ausgerichteten Veranstaltungen für Architekten, Schulungen für Planer und auch Veranstaltungen aus den Bereichen Kunst und Kultur. 

So gibt es z.B. im Frühjahr das Pop-Up Event „Zugvögel“ mit Unikaten und Kleinserien der Mode- und Schmuck-manufakturen – und immer am ersten Samstag vor dem 1. Advent die Veranstaltung „Päckchenalarm“ mit schönen Dingen aus Kunst, Kunsthandwerk, Mode und Kuli-narischem. 

DEMNÄCHST

08.09.2018, 10-16 Uhr – zum Tag des offenen Denkmals: Thema „Entdecke, was uns verbindet“ mit Führungen um 12 und 14 Uhr. 

01.12.2018, 10-20 Uhr – Päckchenalarm: zum achten Mal überwiegend regionale Aussteller mit schönen Dingen u.a. aus den Bereichen Kunst, Kunsthandwerk, Mode und Kulinarischem. Die Besucher werden wieder mal von Matthias Ludwigs im hinteren Bereich der Halle kulinarisch bestens versorgt. 

www.toertchentoertchen.de

06.04.2019, 10-19 Uhr – Zugvögel:

Mode- und Schmuckmanufakturen präsentieren ihre aktuellen Kollektionen und klären über ihre fair hergestellten Produkte auf. 

 

Öffnungszeiten: 

Mo-Di: nur nach Vereinbarung

Mi-Fr: 10-18 Uhr, Sa 10-16 Uhr

Auf Anfrage werden zur Geschichte & Architektur des Gebäudes und zum Thema Design Führungen durchgeführt.

Parkmöglichkeiten direkt im Haus, Zuganbindung Bahnhof Köln Messe/Deutz

Adresse: Deutz-Mülheimer-Str. 22a, 50679 Köln

www.designpost.de

 

Editorial

„Regional“ ist das neue Zauberwort der Lebensmittelindustrie. Aber was heißt eigentlich „regional“? Im Umkreis von dreißig oder hundert Kilometern? Gilt der Begriff für das eigene Bundesland oder kann man großzügig ganz Deutschland miteinbeziehen? Bei manchen Erzeugern reicht „regional“ sogar bis nach China. Gut, das ist zwar auch eine Region, wenn man so will, nur halt nicht meine. Das Problem liegt darin, dass die Bezeichnung den Verbrauchern suggeriert, die Ware komme aus ihrer unmittelbaren Umgebung. Das ist aber nicht zwingend so und der Gesetzgeber schafft hier keine Klarheit. Wenn man an Ehrlichkeit im Geschäft glaubt, muss man wissen, dass sie vielen Betrieben längst abhanden gekommen ist. Mit dem Glauben an die Ehrlichkeit ist es so eine Sache; da müssten beide Partner fair sein. Das gilt natürlich auch für Privates und die Politik. In Frankreich oder Österreich gelten übrigens strengere Regeln: Dort werden lokale Produkte aus einem Umkreis von nur 30 km auch in Supermärkten angeboten. Warum geht das nicht bei uns?

Dass es sehr wohl anders geht, zeigen wir Ihnen in diesem Heft. Wir stellen einige landwirtschaftliche Betriebe vor, bei denen man mit gutem Gewissen einkaufen kann. Lukas Tölkes hat sich der artgerechten Tierhaltung verpflichtet und verkauft in seinem Hofladen eigene Produkte und die von gleichgesinnten Landwirten. Lisa Anschütz vom Arche-Hof in Windeck-Kohlberg züchtet vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen. Es ist ihr wichtig, das die Tiere auf ihrem Hof ein gutes Leben haben. Alles über regionale Produkte können Sie ab Seite 22 lesen.

Man will es kaum glauben, aber Weihnachten steht vor der Tür und dazu gehören die Weihnachtsmärkte. Die bekanntesten stellen wir Ihnen auf Seite 20 vor.

Wenn die Abende länger werden, hat man auch mehr Zeit zum Lesen. Schmökern Sie im neuen Heft und gehen Sie gemütlich auf Entdeckungstour durch unsere Region. Viel Spaß dabei!

Jiri Hampl

Herausgeber

Dirk Diederich


Dirk Diederich

Einrichtung ist nicht eine Frage des Geldes, sondern des Geschmacks.

Es ist eine Geschichte von vielen. Sie begann vor etlichen Jahren mit der Suche nach zwei Lämpchen für den Flur, die eine Kundin zu Dirk Diederich nach Wissen führte. Zurück kam sie mit einem ausgeliehenen Tischchen, das sie zu Hause ausprobieren sollte, und der überraschenden Erkenntnis, dass dafür keine Gegengarantie erforderlich war. Das schaffte Vertrauen.

Als Herr Diederich dann einige Zeit später vorbeikam und sie seiner Empfehlung folgte, ihre hübschen Kunstblumen und andere Dekos für kurze Zeit auf den Speicher zu verbannen und stattdessen von ihm mitgebrachte Vasen und Lampen aufzustellen, merkte sie schnell, dass er als Einrichtungsberater sein Fach versteht. Sie war wie berauscht von der veränderten Raumwirkung. Und erfuhr außerdem, wie viel eine Raumfarbe zur guten Laune beitragen kann. Nachdem man nach und nach zusammen das komplette Mobiliar ausgetauscht hatte, kamen die Raffinessen – Tischdecken aus schönem Stoff, ein bisschen Porzellan; Dinge, die nicht jeder hatte. So ging es immer weiter, bis das gesamte Haus vom Keller bis zum ausgebauten Speicher komplett neu eingerichtet war. Aber eingerichtet ist nicht gleich eingerichtet. Jeder Raum bekam eine individuelle Note, von der Tapete über Möbel, Leuchten, Gardinen, Teppiche bis hin zu Bildern und Accessoires. Die Durchblicke von einem Zimmer ins andere harmonisieren miteinander, alles ist stimmig. „Ich kenne niemanden, der so ein feines Farbgefühl hat. Ihm vertraue ich mit geschlossenen Augen“, sagt die Kundin.

„Die Leute trauen sich nicht, sich bei der Einrichtung beraten zu lassen. Aber wenn sie es einmal gewagt haben, bereuen sie es danach keine Minute“, erzählt Dirk Diederich. Einem Kunden etwas aufzwingen, das nicht ins Konzept passen würde, das macht er nicht. Die Einrichtung eines Raumes sieht er als Gesamtkonzept und das muss stimmen. Die Kunden sehen oft nur einen Teil oder einen Ausschnitt. Aber erst wenn alles aufeinander abgestimmt ist, ergibt sich ein Gesamtbild. Vieles muss man ausprobieren. Man stellt eine Lampe, ein Möbelstück hin und lässt es ein paar Tage auf sich wirken. Und wenn es nach zwei Wochen nicht gefällt, wird es zurückgenommen. So wird der Kunde für die Sache sensibilisiert. Das nennt man eine wirklich gute Beratung.

„Es ist ein Unterschied, ob ich zu einem Fachmann gehe, bei dem ich einkaufe, oder zu einem, der mich einrichtet und berät. Im ganzen europäischen Ausland ist eine solche Beratung völlig selbstverständlich – nur in Deutschland nicht, hier sind die Verhältnisse katastrophal.“ Den Kunden erst einmal kennen lernen ist wichtig für Dirk Diederich. “Was ich sehe, muss zum Kunden passen. Ich frage die Leute nach dem Gefühl in dem Raum, um den es geht. Sie können aus dem Gefühl heraus ihre Vorstellung äußern und ich richte mich danach. Ich bin frei davon, alles neu machen zu wollen, lieber versuche ich die alte Substanz zu erhalten, das wirkt authentischer.“

Ihm liegt daran, nicht sich selbst zu verwirklichen, sondern ein Haus oder eine Wohnung so zuzuschneiden, dass es zu den Bewohnern passt. „Ich mache kein Objekt, hinter dem ich nicht hundertprozentig stehen kann. Heute kennt man von allem den Preis, aber nicht den Wert. Bei mir wird Wertigkeit vermittelt.“  (dh)

 

www.dd-einrichtung.de

 

 

Gert Weigelt


Foto: Gert Weigelt

Gert Weigelt

Gert Weigelt (75) wirkt leiser als seine Bilder. Man muss sich anstrengen, konzentriert zuhören, um dann doch vieles über die Zusammenhänge zwischen Tanz und Körperlichkeit und deren Umsetzung in der Fotografie zu erfahren. Er hat einen langen Weg hinter sich. In Berlin und Kopenhagen wurde Weigelt zum klassischen Bühnentänzer ausgebildet, später (1967-1975) tanzte er beim Königlich Schwedischen Ballett in Stockholm, beim schwedischen Cullberg-Ballett und beim Nederlands Dans Theater. Schon als Tänzer arbeitete er mit den wichtigsten Choreografen seiner Zeit wie Hans van Manen, Jerome Robbins, Jiří Kylián, Kurt Jooss oder Glen Tetley zusammen. Über das Ende seine Tanzkarriere sagt er: „Es war eine rationale Entscheidung. Ich war knappe 32; der Körper entwickelt sich nicht mehr vorwärts, sondern rückwärts und du musst verdammt viel arbeiten, um gewisse Standards zu halten.“

Da er bereits während seiner Bühnenkar-riere gern fotografiert hatte, schaffte er scheinbar mühelos den Berufswechsel und fing an, künstlerische Fotografie an der Fachhochschule für Kunst und Design in Köln zu studieren. Trotz seiner Ernennung zum Meisterschüler bezeichnet er sich als fotografischen Autodidakten. Das überrascht nicht, denn mit den in seinem Kopf entstehenden Bildern konnte kein Ausbilder Schritt halten. „Ich hatte zwar nie vor, mich komplett vom Tanz abzunabeln, und wollte schon dem Theater verbunden bleiben, aber plötzlich wurden andere Dinge wichtiger. Die bildenden Künste nahmen in meinem Leben mehr Raum ein.“ Die Zeit war richtig; fotografische Persön-lichkeiten wie Robert Mapplethorpe, Helmut Newton oder Richard Avedon prägten den Zeitgeist der Epoche und Gert Weigelt ließ sich gern inspirieren.

„Ganz wichtig war für mich die Resonanz, die ich aus Holland erfuhr. Hans van Manen, der große Choreograph, war damals in einer Phase, in der er sich professionell der Fotografie widmete. Man kann ruhig sagen, dass sich da eine „Amsterdamer Schule“ gründete, deren Lokomotive Hans van Manen war. Damals kam auch der bis dahin nur in Fachkreisen bekannte Robert Mapplethorpe nach Amsterdam, wo er seine erste Ausstel-lung in Europa in der Galerie Jurka hatte.
All das hat mich sehr inspiriert und angespornt. Parallel dazu fotografierte ich bei meinen Holland-Besuchen die Produktionen des Nederlands Dans Theater in Den Haag.“ Er begann, eigene Inszenierungen im Kopf zu entwickeln, um sie in seinem Studio zu realisieren. Mit einer mittelformatigen Hasselblad in Schwarz-Weiß. „Man darf auch nicht vergessen, dass ich zu dieser Zeit von den Arbeiten der Pina Bausch fasziniert war. Vieles, was sie auf die Bühne brachte, war quasi eine Art „Steilvorlage“ für meine inszenierte Studiofotografie. Überhaupt muss man immer im Hinterkopf behalten, dass ich vom Theater komme – was wiederum meine Lust am Inszenieren miterklärt.“

Die Bilder. Scheinbar physischen Gesetzen widersprechend auf dem Höhenpunkt der Bewegung eingefroren, wie aus Marmor gehauen, erotisch und überzogen mit einem Hauch von Gewalt – ob sanft hintergründig oder schmerzhaft vordergründig –, manchmal surreal wirkend und klar in der Form, überraschend im Inhalt... „Damals hatte ich stets ein Skizzenbuch dabei. Wann immer mir eine Idee kam, zeichnete ich sie auf. Dann lud ich die ‚Models‘ in mein Atelier ein, um die Idee fotografisch umzusetzen. Der Rest war Chemie.“ Gert Weigelt zitiert gern, lässt sich von der Kunstgeschichte inspirieren, beobachtet aber auch aufmerksam die Umgebung. Das alles etablierte ihn vereint mit Sensibilität als einen der wichtigsten deutschen Tanzfotografen seiner Zeit. Seit Mitte der 1970er-Jahre begleitete er die Arbeit von Choreographen wie Pina Bausch, Hans van Manen, Maurice Béjart, Susanne Linke, William Forsythe, Gerhard Bohner, Jiří Kylián oder Martin Schläpfer. Die Fotografie setzt im Gegensatz zum Tanz keine physischen Grenzen und so tourt Weigelt weiterhin im Auftrag des Tanzes durch die Republik und fotografiert die neuesten Produktionen (Ballett am Rhein Düsseldorf/Duisburg - Martin Schläpfer). In den 90er-Jahren widmete er sich auch dem Film. In seinem Studio entstanden sechs kurze Tanzvideos für das ZDF; ebenso verspielt und überraschend wie die Fotos, nur um die natürliche Dimension des Tanzes, der Bewegung und der Musik bereichert. Er nennt dieses Genre „Bildchoreografie“. „Mein Ausflug zum Film (Video) hat mir viel Spaß gebracht, in der Rückschau war es aber doch eher nur eine Caprice.“ „...Dann brach das digitale Zeitalter über uns herein. Ein Segen für die Theater- und Tanzfotografie, nicht unbedingt für die künstlerische Fotografie. Meine Dunkelkammer habe ich trockengelegt. Der Phantomschmerz des Verlusts bleibt.“ (Teilweise zitiert aus dem Gespräch zwischen Gert Weigelt und Thomas Thorausch, dem Kurator der Ausstellung, das im Januar 2018 geführt wurde.)

Für die Plakatserie „Ballett am Rhein“ erhielt Gert Weigelt 2014 zusammen mit den Grafikern Nicolas Markwald und Nina Neusitzer in der Sparte Kommunikationsdesign den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland. Er ist Autor von zahlreichen Büchern und Katalogen über den Tanz und die Tanzkultur in Deutschland und hat auch eine eigene Kolumne im Online-Tanzmagazin
www.tanznetz.de. Die Ausstellung „Gert Weigelt. Autopsie in Schwarz-Weiß“ ist im Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs in Köln bis zum 27.1.2019 zu sehen und wird von einem Katalog begleitet.

von Josef Šnobl

 

www.dd-einrichtung.de