Eva Sjödahl-Essen und Kristian Dubbick sind ein Künstlerehepaar. So, wie sie unter einem Dach leben und arbeiten, so schätzen und respektieren sie sich auch gegenseitig als Künstler. Die Farben in ihren Bildern kommen aus der Natur, aus der direkten Umgebung ihres Hauses, auch wenn sie jeder auf seine eigene Weise verarbeitet: Überwiegen bei Kristian blaue Töne, die an Wasser erinnern, lassen Evas Bilder ihre schwedische Seele sprechen.

 

Kristian

Das Charakteristische an Kristians Bildern ist die Beegung, der Fluss der Energie, die immer wiederkehrenden Wellen des Meeres, das Pulsieren des Wassers, die Veränderung, die Befreiung. Er setzt sich mit der Natur auseinander, hört ihr zu, studiert ihre Farben, um mal zurückhaltend, mal spannungsvoll und kontrastreich ihr Dasein offenzulegen. Seine Bilder strahlen fernöstliche Gelassenheit aus.

Weil er starke Farben liebt, hat er sich seine Pigmente schon immer selbst angerieben. Seine bevorzugte Technik ist Gouache, manchmal bedient er sich auch des Aquarells und des Holzschnitts. „Mich faszinieren nach wie vor die japanischen Holzschnitte. Sie waren für viele Künstler, besonders für van Gogh, sehr prägend. Diese handwerkliche Kultur konfrontiert uns Europäer mit einer anderen Weltanschauung. In Europa meint man, dass Öl auf Leinen wertvoller ist, als wenn man bloß auf Papier malt. Das finde ich überhaupt nicht. Das ist eine traditionelle Denkweise.“

Er hat sich mit der alten fernöstlichen Kultur auseinandergesetzt, mit der er bei seinen zahlreichen Asienreisen, vor allem nach China und Japan, in Berührung kam. Inspiriert von dem dort Erlebten legte er vor knapp zehn Jahren auf dem Gelände des Familienunternehmens Krohne einen Zen-Garten an. In den letzten Jahren hat er an einigen Großprojekten in China teilgenommen.

„Wenn ich ein Bild anlege, weiß ich nicht, welches Ende es nehmen wird. Manchmal hat man eine gewisse Vorstellung, aber die kann während des Schaffensprozesses verworfen werden und es ist vollkommen offen, was zum Schluss herauskommt. Eigentlich will man sich lösen und nichts wissen – da ist wieder dieses Fernöstliche."

Eva

Was Kristian und Eva verbindet, ist die Liebe zur Natur. Jeden Sommer verbringen sie in Evas elterlichem Ferienhaus in Schweden. Dort am Wasser segeln sie und genießen die Natur. Und so zählt die Landschaft, die ihre Kindheit geprägt hat, zu Evas grundlegenden Motiven. Sie kombiniert sie mit Kindern oder Personen im Allgemeinen und versucht zu vereinfachen, aber trotzdem die Atmosphäre des Augenblicks zu erhalten. Die Landschaften, die sie malt, sind stets lichtdurchflutet und die Zeit steht still. Es sind Bilder, die jedem von uns vertraut sein dürften; als kurze Momenteeva aus längst vergangenen Zeiten. Sie wecken Sehnsucht in uns.

Eva wechselt zwischen gegenständlichen und abstrakten Bildern, die unterschiedlich stark ausfallen. „Wie ich male, so bin ich“. Ihre Kompositionen aus abstrakten rechteckigen Feldern sind harmonische Farbstudien, eine Art farbliche Quintessenz ihrer Bilder. „Die Vierecke sind für mich wie eine Meditation. Es ist still, man hält inne; wie ein heiliges Bild, eine Ikone.“ Diese Farbfelder waren auch Grundlage für ihre Wandteppichentwürfe, die sie von einer schwedischen Weberin großformatig realisieren ließ.

Ihre künstlerische Erfahrung auch an die Kinder weiterzugeben und sie für die Kunst zu öffnen hält die dreifache Mutter für sehr wichtig. Daher veranstaltet sie regelmäßig Workshops in ihrem Atelier oder mitten in der Natur.

Auf die Frage, ob sie als Künstler zusammenarbeiten, antwortet Kristian: „Jeder von uns ist sehr selbstständig, arbeitet für sich, obwohl man natürlich schon ein Auge darauf hat, was der Andere macht. Wir haben verschiedene Persönlichkeiten. Eva macht konsequent ihre eigene Geschichte, in die ich mich nicht einmische, und sie mischt sich nicht bei mir ein. Und wenn sie etwas sagt, dann nur, dass es zu dunkel sei... Wir helfen uns mit gegenseitiger Resonanz. Oder ich hänge Evas Bilder bei den Ausstellungen auf, das kann sie nicht so gut.“ dh