Erlebniswege Sieg

Erlebniswege Sieg

 

Auf den insgesamt 17 thematisch gegliederten Wegen kann man nicht nur durch wunderschöne Landschaften wandern, sondern auch ein Stück Kultur und Geschichte unserer Region erleben. Sie sind an die Wanderwege des Natursteigs Sieg angeschlossen und bereichern mit vielfältigen Info-Stationen und themenbezogenen Installationen die verschieden Wanderrouten. Wir haben für Sie eine Auswahl an Wegen zusammengestellt, die wir in zwei Teilen präsentieren.

Auf der Königsetappe einmal um die Wahnbachtalsperre

Unter den 17 Erlebniswegen Sieg nimmt der Talsperrenweg einen besonderen Platz ein. Die nackten Zahlen von über 23 Kilometern Länge und 770 zu überwindendenerlebniswehe sieg Höhenmetern machen den Rundweg zum längsten und körperlich anspruchsvollsten der immer noch relativ jungen Rundwege im unteren Siegtal. Entsprechend früh geht es an einem Sommermorgen los, dicker Morgennebel liegt noch über dem Wahnbachtal. Die Talsperre, Ende der 50er Jahre errichtet, versorgt etwa 800.000 Menschen mit Trinkwasser. Im Moment lassen sich diese Wassermassen nur erahnen. Nebelfetzen treiben träge über den See und lassen nur manchmal die Bäume der Uferstreifen durchscheinen. Ich gönne mir zur Stärkung erst einmal einen Schluck von dem leckeren Wasser aus dem Brunnen an der Schutzhütte des Startpunktes. Von hier geht es über den Damm und hinauf in den Wald Richtung Happerschoß. Der kurze Anstieg lässt bei der feuchten Luft schnell den Schweiß fließen und ist ein Vorgeschmack auf das, was die nächsten Stunden bereithalten werden: ein ständiges Auf und Ab durch Wiesen, Wald und enge Bachtäler. Hinter dem hübschen Fachwerkdorf mit dem lustigen Namen Pinn bietet sich eine Hütte mit Blick über den See als Rastplatz an. Der Nebel lichtet sich nur langsam, aber hier und da schaut schon blauer Himmel durch. Das Wasser schimmert nun eher im typischen Blaugrün. Nach einer kleinen Stärkung geht es weiter, hinunter ins nächste Bachtal und auf der anderen Seite wieder hinauf Richtung Wolperath. Über das nördliche Ende der Talsperre führt der Weg auf schmalen Pfaden durch lichten Mischwald. Endlich dringt nun die Sonne durch und malt ein Muster aus Licht und Schatten auf den Waldboden. Schließlich wartet einer der schönsten Plätze an der Talsperre: Unterhalb von Braschoß ragt eine grasbewachsene Landzunge in den See hinein. Libellen schweben über dem glitzernden Wasser, und man glaubt sich eher an einem einsamen Bergsee als in einem der am dichtesten besiedelten Gebiete Europas. Auch im weiteren Verlauf des Weges bieten sich immer wieder bezaubernde Ausblicke auf den jetzt sonnenüberfluteten Stausee. Durch Schneffelrath und an Gut Umschoß vorbei geht es zurück zum Ausgangspunkt. Gut sieben Stunden habe ich gebraucht und dabei noch einmal festgestellt: Nicht nur sportlich gesehen ist der Talsperrenweg die Königsetappe der Erlebniswege Sieg.