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IHR LANDSTYLE MAGAZIN

 
Azienda Agricola Ilona & Rolf Busch

 

Wie verbringt man seinen Ruhestand am sinnvollsten? Mit Reisen, neuen Hobbys und Sportarten oder einfach nur mit Faulenzen? Oder man macht, was man schon immer machen wollte und wofür nie genug Zeit da war – wie Ilona und Rolf Busch aus Vilich bei Bonn. Sie verliebten sich in ein kleines Weingut in der italienischen Provinz Asti im südlichen Teil des Piemont, einer der bekanntesten Weingegenden der Welt. Inmitten von Weinbergen, mit Blick auf Matterhorn und Monte Rosa, haben sie sich ihren lang ersehnten Traum erfüllt. Hier kultivieren sie seit fast zwanzig Jahren die Rebsorten Barbera, Brachetto und Moscato.

Beide waren beruflich sehr eingespannt – Ilona als Journalistin und Rolf als Jurist im Landwirtschaftsministerium – und viel unterwegs. Sie verbrachten auch einige Jahre in Rom. Sie liebten Italien, ahnten jedoch damals nicht, dass sie dort eines Tages ihr Zuhause auf einem Weingut finden würden. Schließlich waren sie keine Winzer und hatten keinerlei Erfahrung mit der Weinherstellung. Das, was sie am Ende dazu bewegte, war ihre Liebe zum Wein und der Wunsch, etwas Eigenes zu erzeugen. Der Ruhestand sollte nicht das Ende, sondern der Anfang eines aufregenden Lebensabschnitts sein.

Ein Leben zwischen den Reben

Nach der Übernahme des Weinguts in Rocchetta Palafea mit zwei Häusern, Mobiliar, Arbeitsgeräten und Haustieren suchten sie erste Kontakte und stellten sich bei den benachbarten Winzerfamilien vor. Zu ihrem Erstaunen stellten sie fest, dass die meisten Winzer ihre Weintrauben in die Genossenschaften brachten, ohne danach Einfluss auf die weitere Verarbeitung und den Charakter des Weins zu haben. So hatte man es hier schon immer gemacht. 
Das hatten sich die Buschs anders vorgestellt. Ihr Ziel waren Qualitätsweine mit eigenem Charakter, in dem sich der Einfluss des Wetters, der Natur und des Verarbeitungsprozesses widerspiegelte. Dazu waren die 30 bis 60 Jahre alten Weinreben bestens geeignet. Die Buschs fühlten sich der Natur mehr als verpflichtet und wollten alles aus einer Hand machen; vom ersten Rebschnitt Ende Januar bis zur Auswahl des Kundenkreises.

Der Anfang

Die ersten Erfahrungen waren mehr schlecht als recht; auch, weil es wettermäßig kein optimales Jahr war. Aber sie lernten schnell, und in den nächsten Jahren spielte ihnen das Wetter in die Hände. Sie lockerten den Boden, mulchten den grünen Bewuchs und nutzten ihn als Naturdünger, erneuerten die Maschinen zur Weinbergbearbeitung und bauten einen neuen, ebenerdigen Keller mit Edelstahltanks. In diese kamen im Herbst nur die besten handverlesenen Trauben, aus denen der Most schonend gewonnen und bevorzugt mit Hilfe von Naturhefe vergärt wurde. Die Weine bekamen zum Reifen so viel Zeit, wie sie brauchten. Die Buschs holten sich Unterstützung von Önologen und erreichten nach und nach das selbst gesetzte Ziel: die Erzeugung von jahrgangstypischen Weinen. Dafür erhielt das Winzerpaar im Lauf der Jahre mehrere Preise und Anerkennungen. 

Die Weine 

Auf dem Weingut werden drei Wein-sorten produziert: die Rotweine Barbera d’Asti und Ca‘ di Büsch und der Weißwein Iloná. Der Unterschied liegt in den Rebsorten. Der Barbera D’Asti wird aus den für Piemont typischen Barbera-Trauben gemacht. Sie gedeihen besonders gut auf sandigen, roten Böden, die dem Wein eine frische, eleg    acante Note und eine intensive dunkelrote Farbe verleihen. Ca´ di Büsch wird aus Brachetto-Trauben hergestellt, die aus  a Süden Piemonts stammen. Es ist ein außergewöhnlicher, stiller Wein – meist trocken – mit einem starken Charakter. Der Weißwein Iloná ist ein trockener, stiller Wein mit würziger Note. Diese entsteht durch die Moscatotraube, die im Aroma und Geschmack dem Jahrgang folgt. Auch dieser Wein kann in einem Jahr kräftig, im nächsten charmant mit delikater Restsüße schmecken.

Eine Geschichte mit langem Abgang

Nach wie vor verrichten die Eheleute Busch die meisten Arbeiten im Weinberg und im Weinkeller selbst, obwohl Ilona auf die 80 zugeht und Ralf sie bereits überschritten hat. Und nach wie vor sitzen sie gern abends beim Sonnenuntergang vor ihrem Haus und tun das, was sie schon immer gern getan haben: Sie trinken Wein und philosophieren über ihn. Nur dass es jetzt ihr eigener ist. 

Weitere Infos und Vertriebspartner: www.vino-busch.de

Text: Drahomira Hampl I Foto: Jiri Hampl

 

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Ausgabe Herbst erscheint am 02.09.2019

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