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Borkum – der schönste Sandhaufen Deutschlands

Wenn Sie Wind mögen, sind Sie auf der ostfriesischen Insel Borkum genau richtig. Dort ist er Ihr ständiger Begleiter. Gnadenlos pfeift er durch jeden noch so kleinen Türspalt, alles quietscht, knarzt und klappert ununterbrochen. Mit erbarmungsloser Stärke und Kraft reißt er alles um, was sich ihm in den Weg stellt. 

Es scheint ganz gleichgültig zu sein, in welche Richtung man sich bewegt – es herrscht immer Gegenwind. 

Gemeinsam mit den Meeresströmungen sorgt der Wind durch Umdispo-nierung des Strandsandes für eine ständige Veränderung der Inselform. Einige frühzeitliche Siedlungen mussten aus diesem Grund aufgegeben werden. Bis zum 19. Jahrhundert wurde die Insel bei Flut in Ost- und Westland geteilt. Für die endgültige Verbindung waren aufwändige Deichbaumaßnahmen vonnöten. 

Wer dem Wind trotzen kann, findet eine wunderschöne Insel mit kilometerlangen weißen Stränden und vielen aufregenden Naturerlebnissen vor. 

 

DIE LAGE 

Mit ungefähr 31 km2 ist die zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gehörende Insel die größte der ostfriesischen Inseln. Das raue Hochseeklima mit seiner pollenarmen und jodhaltigen Luft macht Borkum bei Allergikern sehr beliebt. Nicht umsonst besteht die Insel zum größten Teil aus Lungenkliniken und Ferienhäusern, die jährlich eine Viertelmillion Gäste beherbergen. 

Glücklicherweise ist das nicht alles, was Borkum zu bieten hat. Rund um den alten Leuchtturm erwartet Sie ein historischer Ortskern mit einer interessanten Bäderarchitektur, vielen netten Cafés, Teestuben, Restaurants und Geschäften. Im Heimatmuseum beeindruckt neben vielen weiteren historischen Relikten aus der Walfängerzeit Borkums vor allem das riesige Walskelett. Im 18. Jahrhundert lebten die Inselbewohner vom Walfang, der auf der einen Seite Wohlstand bedeutete, auf der anderen Seite aber auch den Tod vieler Männer zur Folge hatte. 

Erreichen lässt sich die Insel vom Festlandhafen Emden aus, entweder in einer Stunde mit dem Katamaran oder in zwei Stunden mit einer Fähre, auf der auch Fahrzeuge mitgenommen werden können. Davon ist allerdings abzuraten, denn die historische Borkumer Kleinbahn bringt Sie in kurzer Zeit in den Ortskern und von dort aus kann die ganze Insel mit dem Rad erreicht werden. So tragen Sie dazu bei, dass die Borkumer Luft schadstoffarm bleibt.  

ABWECHSLUNGSREICHE INSELLANDSCHAFT

Borkum lässt sich entspannt mit dem Fahrrad erkunden, immerhin sind es einmal rund um die Insel nur 20 Kilometer. Die über 120 Kilometer ausgebauten Rad- und Wanderwege führen Sie zwischen den Stränden und Dünen über Seedeiche an Weiden vorbei und durch Birkenwäldchen hindurch am allgegenwärtigen Sanddorngebüsch entlang. Einer der schönsten Wanderwege der Insel ist der Salzwiesenweg. Er führt Sie durch ein märchenhaftes Moosgebiet nach Hooge Hörn, den östlichsten Teil der Insel. 

Am meisten beeindruckt haben mich die zum Teil menschenleeren weißen Strände in ihrer scheinbaren Endlosigkeit. Umrahmt von tosenden Meereswellen auf der einen Seite und hohen Dünen auf der anderen kann man dort stundenlange Spaziergänge unternehmen und sich an der enormen Kraft der Naturgewalten erfreuen. 

Baden kann man aufgrund des eher flachen Wassers fast überall. Wegen des Golfstroms ist das Wasser erstaunlich warm, manchmal sogar wärmer als die Luft. Es gibt mehrere von der DLRG bewachte Badestrände, die den Gästen sicheres Schwimmen ermöglichen. 

 

DER NATIONALPARK

Der im Jahr 1986 gegründete Nationalpark Wattenmeer ist seit 2009 UNESCO-Weltnaturerbe und gehört zu den größten Feuchtbiotopen der Welt. Mit einer einzigartigen Vielfalt von rund 10.000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten schützt er eine außergewöhnlich dynamische Landschaft, die sich durch den Einfluss der Gezeiten stets verändert. Eingeteilt in unterschiedliche Schutzzonen umfasst der Nationalpark 92% der Inselfläche und wird von zwei Rangern bewacht. Interessierte können an Wattwanderungen teilnehmen. 

 

Text und Fotos: Drahomira Hampl

 

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