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Kachelöfen vom Brölerhof

Langsam geht der Sommer zu Ende und mit ihm auch die Hitze. Das hat etwas Schönes: Die gemütliche, romantische Zeit in den eigenen vier Wänden beginnt. Dennoch wollen wir nicht auf warme Temperaturen verzichten. Wie wäre es mit prasselndem Feuer hinter Glas, dessen Wärme durchs ganze Haus zieht und die Familie in einem Raum zusammenbringt?

Karin und Dieter Baumann entwerfen, planen und bauen seit fast vierzig Jahren solche Kamin- und Kachelöfen, die individuell auf den Raum und den Geschmack der Eigentümer abgestimmt sind. Jeder Ofen ist ein Unikat mit handgeformten und auf Wunsch sogar handbemalten Kacheln. Aber ist ein Kachelofen nicht eher wie der Porsche unter den Autos? Schließlich gibt es Heizungen, die uns durch den Winter bringen. Doch Wärme ist nicht gleich Wärme. Es gibt viele gute Gründe für die Anschaffung eines Kachelofens: Er heizt über eine lange Zeit, und nicht nur den Raum, in dem er steht. Mit ihm kann man mehrere Zimmer, ja sogar ein ganzes Haus beheizen. Dieter Baumann hat in seinem Haus einen Kachelgrundofen gebaut, der am Nachmittag angeheizt wird und die gespeicherte Wärme gleichmäßig über die nächsten zwanzig Stunden abgibt. Holz als Brennstoff ist regional überall erhältlich und bei der Verbrennung wird nur eine geringe Menge CO2 freigesetzt, dafür umso mehr Energie. Eine umweltfreundliche Heizmethode also – vorausgesetzt, das Holz ist wirklich trocken.

Ein besonderer Vorteil des Kachelofens ist seine Strahlungswärme, die für ein angenehmes Raumklima und nicht zuletzt für unser Wohlbefinden sorgt. „Ein Kachelofen gibt eine milde Strahlungswärme ab, die natürlicher Sonnenwärme ähnelt und als sehr angenehm empfunden wird“, erklärt uns Dieter Baumann bei unserem Treffen in seiner traumhaft gelegenen Keramikwerkstatt im Brölerhof. „Ein so erwärmter Raum braucht tatsächlich ein bis zwei Grad weniger, damit der Mensch die gleiche Temperatur empfindet wie bei einer normalen Heizung. Wenn die sanfte Strahlung auf die Wände trifft, werden auch sie erwärmt und geben die Wärme wieder ab. So wird die Raumluft nicht ausgetrocknet und man hat eine sehr gesunde Wärme.“ In seiner Hand hält Dieter ein kleines Kachelofenmodell aus Ton. Solche Modelle fertigt er gern an, wenn Anfragen nach modellierten Kaminöfen kommen. So können sich der Kunde und der Ofensetzer besser vorstellen, wie der Ofen nachher aussieht. Bei den anderen Öfen wird ein Entwurf, eine Skizze oder ein Grundriss erstellt, nachdem die Kundenwünsche vor Ort besprochen wurden.

Dieter Baumann hat schon einige Öfen mitgebaut, überlässt diese Arbeit jedoch lieber den zwei Ofensetzern, mit denen er meistens zusammenarbeitet. Die Fliesen werden entweder in der Keramikwerkstatt hergestellt oder bei den Öfen mit geschwungener Form direkt auf dem Kaminofenrohling modelliert und später in der Keramikwerkstatt gebrannt und glasiert. Der Ofensetzer klebt sie später an und verputzt den Ofen mit Feinputz.

„Die Leute wollen heute in ihren neugebauten Häusern häufig große Öfen, brauchen aber nur noch ein ganz kleines Feuer – sonst müssten sie Fenster und Türen aufmachen“, sagt Dieter Baumann. „Daher gibt es verschiedene Kachelofensysteme. Wir machen zum Beispiel Öfen mit Solarunterstützung, auch in Neubauten. Die haben in der Regel einen großen Speicher und nutzen den Großteil der Energie für das Warmwassersystem. Im Winter heizt man das Wasser über den Kaminofen, im Sommer über die Solaranlage. Mit einem Ofen mit 1000-Liter-Speicher können Sie auch im Winter eine Woche wegfahren, ohne sich Sorgen zu machen, dass etwas einfriert. Der hält das Haus die ganze Woche auf 18 Grad.“ Die Baumanns machen alles zusammen. Während Karin vor allem Freude am Formen und Bemalen der Kacheln hat, macht Dieter lieber Entwürfe und modelliert die Öfen vor Ort. Zwischendurch setzt er sich auch mal zum Spaß an die Drehscheibe: „Besonders gern mache ich Porzellan und gebe Kurse in meiner Werkstatt. Da lerne ich unheimlich viel, weil die Leute mit den unterschiedlichsten Vorhaben kommen.“

Text: Drahomira Hampl I Fotos: Jiri Hampl

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